Elefantenwissen

Elefanten, die größten landbewohnenden Säugetiere. Tiere, die derselben Ordnung angehörten, durchstreiften ursprünglich alle Kontinente außer Australien und der Antarktis. Zwei heute noch lebende Arten sind der Indische Elefant, der in Indien und Südostasien beheimatet ist, und der Afrikanische Elefant, der südlich der Sahara lebt. Elefanten sind in Wäldern, Savannen und Flusstälern anzutreffen. Der Indische Elefant wird drei Meter, der Afrikanische Elefant vier Meter hoch.

Der Rüssel Der Rüssel enthält keine Knochen. Es handelt sich um eine stark verlängerte Oberlippe und Nase, mit der Gras, Blätter und Wasser zum Maul geführt werden. Elefanten nehmen pro Tag etwa 300 Kilogramm Nahrung und 80 Liter Wasser zu sich. Wasser saugen sie durch die Nasenlöcher an und spritzen es sich ins Maul. Ein Elefantenrüssel hat ein Fassungsvermögen von etwa 6 Litern. Der Rüssel ist ein sehr vielseitiges Organ: Er wird auch zum Trompeten, Laubabreißen und Aufnehmen von Staub für das Staubbad verwendet. Außerdem können die Tiere mit ihm Gerüche wahrnehmen; dazu halten sie den Rüssel gelegentlich hoch in die Luft. Mit Hilfe zweier Hautlappen am Ende des Rüssels, die sie wie Finger handhaben, können Elefanten kleine Gegenstände aufnehmen und untersuchen.

Stoßzähne und Gebiss  Die Stoßzähne, enorm vergrößerte Schneidezähne, sind tief in den Schädel eingebettet. Stoßzähne Afrikanischer Elefanten können in Ausnahmefällen 3,5 Meter lang werden. Von den Backenzähnen wird in jeder Seite des Ober- und Unterkiefers immer nur jeweils einer genutzt. Ist dieser aufgrund der harten pflanzlichen Nahrung abgenutzt, wird er durch einen größeren ersetzt, der sich im Kiefer von hinten nach vorne schiebt. Wenn der letzte und größte der jeweils sechs Backenzähne verbraucht ist, muss das Tier verhungern. Die Lebenserwartung frei lebender Elefanten beträgt etwa 30 bis 40 Jahre.

Haut Elefanten werden als Dickhäuter bezeichnet. In der Tat ist die Haut an einigen besonders belasteten Stellen bis zu 3 cm dick. An anderen geschützteren Ort, wie z.B. unter den Achseln nur hauchdünn.

Afrikanische und Indische Elefanten Der Afrikanische Elefant lässt sich leicht vom Indischen Elefanten unterscheiden: Er ist größer und hat größere Ohren, die eine Länge von 1,5 Metern erreichen können. Der Afrikanische Elefant ist an der Schulter am höchsten und hat eine faltigere Haut; im Gegensatz zum Indischen Elefanten tragen Bulle und Kuh Stoßzähne. Der Rüssel des Afrikanischen Elefanten hat zwei Hautlappen statt nur einem.

Fortbewegung Trotz ihres großen Gewichts, welches beim Afrikanischen Elefanten 7 000 Kilogramm erreichen kann, laufen Elefanten fast geräuschlos. Mit weichen, rhythmischen Schritten bewegen die säulenartigen Beine die massige Gestalt vorwärts. An der Unterseite des Fußes besteht ein dickes, federndes Polster. Dieses absorbiert die Wucht des Gewichts beim Auftreten und ermöglicht es dem Tier, hoch auf seinen hufähnlichen Zehen zu laufen. Im Allgemeinen gehen Elefanten mit einer Geschwindigkeit von ungefähr sechs Kilometern pro Stunde; sie können aber auch mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde angreifen. Elefanten vermögen weder zu galoppieren noch über Gräben zu springen. Sie begeben sich jedoch bereitwillig in Flüsse und Seen, denn das Wasser trägt sie. Sie können große Strecken schwimmen, ohne zu ermüden. 

Sinnesorgane Die großen Ohren des Afrikanischen Elefanten dienen nicht nur dem Hören, sondern auch der Ventilation (Abkühlung) und optischen Kommunikation. Elefanten können schlecht sehen, da ihre Augen relativ klein sind und sich seitlich am großen und ziemlich unbeweglichen Kopf des Tieres befinden. Das empfindlichste Organ ist der Rüssel, der fortwährend genutzt wird – u. a. zum Aufnehmen von Nahrungsgerüchen am Boden oder dem Wittern von Gefahr.

Sozialstruktur Elefanten sind gesellig und sehr sensibel gegenüber den Rufen und Bewegungen ihrer Artgenossen. Sie bilden Herden von 15 bis 30 oder mehr Tieren, die gewöhnlich miteinander verwandt sind. Ein altes Weibchen leitet die Herde. Die Herden des Indischen Elefanten bestehen im Allgemeinen aus Weibchen, Jungtieren und einem alten Bullen. Zu den Herden des Afrikanischen Elefanten können auch mehrere ausgewachsene Bullen gehören. Bullen, die von der Herde verjagt wurden, leben meist allein oder in „Junggesellenherden". Elefanten fressen zumeist morgens, abends und in der Nacht; tagsüber ruhen sie. Elefanten schlafen ca. 2 - 4 Stunden täglich. Wenn sie weiterwandern, ziehen sie oft in einer Reihe.

Fortpflanzung Elefantenkühe paaren sich zumeist in ihrem 15. oder 16. Lebensjahr mit einem Bullen, der sich gegenüber den anderen Bullen der Herde behaupten konnte. Das Paar trennt sich dann oft für mehrere Wochen von der Herde. Nach einer Tragzeit von 21 oder 22 Monaten wird gewöhnlich nur ein Kalb geboren. Dies kann bereits im Alter von wenigen Tagen der Herde folgen. Kälber werden leicht von Leoparden und Tigern gerissen, die zu den wenigen natürlichen Feinden der Elefanten gehören. Das Junge wird fünf Jahre gesäugt; die Zitzen der Kuh befinden sich direkt hinter den Vorderbeinen. Während ihres Lebens bringen Elefantenkühe etwa fünf bis zwölf Kälber zur Welt.

Elefanten als Nutztiere Zwar können auch Afrikanische Elefanten zu Nutztieren ausgebildet werden, doch haben indische Arbeitselefanten eine weit längere Tradition. Diese werden heute noch zum Holzfällen eingesetzt, besonders in bergigem Gelände. Wahrscheinlich wurden sie bereits 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung als Arbeitstiere genutzt. Im Jahr 326 v. Chr. wurden sie im Krieg gegen Alexander den Großen eingesetzt, und 37 Elefanten begleiteten 218 v. Chr. den karthagischen Feldherrn Hannibal und seine Armee über die Alpen. Da Elefanten in Gefangenschaft nur selten Junge zur Welt bringen, werden sie im Freiland in Gatter getrieben. Dabei helfen oft gezähmte Elefanten und Mahouts (professionelle Elefantentreiber). Jedem gefangenen Kalb wird für den Rest seines Lebens ein Pfleger zugeteilt. Ab einem Alter von 14 Jahren werden die Tiere ausgebildet und ab 25 Jahren für schwere Arbeiten eingesetzt. Das Einfangen mit dem Gatter wird heute allerdings seltener angewendet. Insbesondere Tiere, die landwirtschaftliche Ernten zerstören, werden noch auf diese Weise gefangen und in der Wildnis ausgesetzt.

Entwicklung/Geschichte Der Ursprung der Elefanten liegt in Afrika. Die heutigen Elefanten und das ausgestorbene Mammut sind aus Mastodonten hervorgegangen, die im Jungtertiär auch Eurasien und später Amerika erreichten. Der Indische und der Afrikanische Elefant sind vermutlich relativ junge Arten, da man von ihnen im späten Pliozän, vor etwa zwölf bis zwei Millionen Jahren, keine Fossilien gefunden hat.

Die Bestände des Afrikanischen Elefanten sind in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Gründe hierfür sind das Interesse an Elfenbein und die Ausweitung von Weideland. Andererseits haben sich die Herden in einigen Reservaten so gut vermehrt, dass die von ihnen verursachte Überweidung ökologische Schäden zur Folge hat, die andere Arten bedroht. Der Waldelefant, eine Unterart des Afrikanischen Elefanten, wurde für 1997 vom World Wide Fund for Nature (WWF) als hilfebedürftige Leittierart ausgewählt. Sein Bestand ist auf Grund der Waldzerstörung stark rückläufig und beträgt nur noch 200 000 Tiere.

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